In einer Welt, in der Fast Fashion dominiert und sich in jede Naht oft auch Verschmutzung einnäht, zeigen zwei Frauen an gegenüberliegenden Enden des Globus, dass es einen anderen Weg gibt – einen, der buchstäblich in der Erde verwurzelt ist. Ihre gemeinsame Mission? Mode nicht nur stylisch, sondern von Grund auf grün zu machen.
Die Stoffe des Wandels anbauen
Im englischen Wiltshire erfindet Katie Allen Nachhaltigkeit in der Mode neu. Auf der Great Cotmarsh Farm vereint sie die Jobs von Landwirtin und Designerin, indem sie die Wolle ihrer Schafe in hochwertiges Strickwerk verwandelt. Besonders wird ihre Arbeit durch den Einsatz natürlicher, pflanzlicher Farbstoffe – direkt auf dem Hof angebaut.
Allens Färbergarten ist mehr als ein hübscher Blickfang: Er steht im Zentrum ihrer Mission. Pflanzen wie Kamille liefern goldene Nuancen, Rainfarn sorgt für sanfte Grüntöne – synthetische Chemikalien bleiben komplett außen vor. Ihre Schafe weiden auf pestizidfreiem Gras, sodass ein geschlossener Kreislauf entsteht, in dem die Natur in jedem Schritt respektiert wird.
Auf der anderen Seite der Welt, in Indonesien, verfolgt Denica Riadini-Flesch einen ähnlichen Ansatz. Ihre Marke SukkhaCitta arbeitet mit ländlichen Gemeinschaften zusammen und stellt Mode aus 100 % pflanzlichen Materialien her.
Ein grünerer Faden
Was Allen und Riadini-Flesch verbindet, ist die Überzeugung, dass Landwirtschaft der erste und entscheidende Schritt hin zu wirklich grüner Mode ist. In Indonesien setzt Riadini-Flesch auf die tumpang-sari-Methode – ein traditionelles Mischkultursystem, das Boden und Biodiversität schützt. Gleichzeitig verhindert Allens Färbergarten, dass synthetische Chemikalien in Gewässer gelangen.
Diese Methoden wirken vielleicht altmodisch, aber sie gestalten die Zukunft. Indem sie jeden Schritt neu denken – von der Weide bis zum Farbbad –, zeigen diese Pionierinnen, dass Mode heilen statt schaden kann. Sie fordern uns dazu auf, nicht nur zu fragen, was wir tragen, sondern auch, wie es hergestellt wurde.
In einem Land wie Deutschland, in dem Nachhaltigkeit immer mehr zur kulturellen Priorität wird, finden solche Geschichten starken Widerhall. Grüne Mode ist längst keine Nische mehr – sie ist eine wachsende Bewegung, die buchstäblich im Boden beginnt.

