Indien vertieft seine internationale Zusammenarbeit, um seine empfindlichen Wüsten- und Waldökosysteme zu schützen, und stößt damit weit über die eigenen Landesgrenzen hinaus auf Interesse. In Rajasthan, einem der weltweit verwundbarsten Trockenräume, zielt eine langfristige Kooperation darauf ab, geschädigte Flächen zu renaturieren und zugleich den natürlichen Charakter der Wüste zu bewahren – ein Ansatz, der auch in europäischen und speziell deutschen Debatten über Biodiversitätsverlust und Klimaanpassung widerhallt.
Das Arid Forest Research Institute (AFRI) in Jodhpur arbeitet gemeinsam mit der Japan International Cooperation Agency (JICA) an einem breit angelegten Programm für Forstwirtschaft und Biodiversität. Das Projekt soll Aufforstungsmaßnahmen verbessern und wissenschaftliche Werkzeuge für die Wiederherstellung von Land entwickeln.
Japanische Forschung beteiligt sich
AFRI hat die Zentralregierung gebeten, japanischen Universitäten die Teilnahme an der Initiative zu gestatten, damit Studierende vor Ort technisch mitarbeiten können, sobald die Genehmigung vorliegt.
Institutsmitarbeiter Dr. Tarun Kant erklärte, das Institut werde spezialisierte Teilprojekte wie die Stabilisierung von Sanddünen und die Kartierung von Waldflächen leiten. Gemeinsam mit dem Forstministerium des Bundesstaates entwickelt die Einrichtung ein Modell, um Dünen in ganz Rajasthan zu befestigen und so laufende Naturschutzvorhaben zu unterstützen.
Kant betonte, dass Schutzmaßnahmen die Wüstenökosysteme respektieren und nicht beseitigen müssten. Die heimische Vegetation sei an Niederschlagsarmut angepasst und könne bei zu viel Feuchtigkeit zurückgehen. Der Erhalt dieser Arten sei entscheidend, um das Gleichgewicht in ariden Landschaften wiederherzustellen.
Wiederbegrünung der Aravalli-Berge
Die Diskussion über den Schutz der Wüsten erhielt Anfang dieses Jahres neuen Schwung, als Umweltminister Bhupender Yadav auf einem von AFRI ausgerichteten Workshop zu Maßnahmen gegen die fortschreitende Desertifikation aufrief. Er plädierte für gemeinschaftlich getragene Aufforstungen entlang des Aravalli-Gebirges und schlug vor, auf degradierten Flächen einen ‚Mutterwald‘ anzulegen.
Er warnte, Fehlbewirtschaftung, chemieintensive Landwirtschaft und Bodenerosion bedrohten Biodiversität und Ernährungssicherheit – ein Thema, das auch auf globalen Foren, etwa in Deutschland, aufgegriffen wird, wo Dürre und Landschaftsdegradation weiterhin große politische Herausforderungen darstellen.
AFRI stellt klar, dass die Priorität darin liege, geschädigtes Wüstenland zurückzugewinnen, den Bestand heimischer Pflanzen auszuweiten und die ökologische Resilienz zu stärken – ein Hinweis darauf, dass selbst harsche Landschaften einen unverzichtbaren Umweltwert besitzen.

